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Ausnahmsweise:

Die WM-Notiz in GROSS

Heute geht es mal nicht anders. Der Fußball rückt auch hier in dieser Kolumne in den Vordergrund. Bislang hatte ich noch versucht, das zu vermeiden, was längst alle anderen Formate in den Medien erlitten haben. "Fußballeritis". Inzwischen geht es in jeder Nachrichtensendung, jedem Werbespot, jeder TV-Serie und in jeder blöden Radioansage um Fußball und die WM. Selbst wenn es noch so wenig mit dem Format oder dem eigentlichen Inhalt zu tun hat. Hauptsache, man erwähnt irgendwie die Begriffe "Fußball" oder "WM" und im Hintergrund erklingt dann noch irgendwo eine Vuvuzela. Und jetzt hat es also auch diese Kolumne erwischt. Aber ich kann wirklich nicht anders nach diesem Spiel gestern zwischen Deutschland und England. Es läuft aber auch einfach in diesem Jahr aus deutscher Sicht. Da war das gute Abschneiden als zweitbeste Nation bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Dann gabs Lenas Sieg beim Grand Prix in Oslo. Natürlich erinnern wir uns an die sensationelle Heim-WM unserer deutschen Eishockeynationalmannschaft. Und nun also die Fußballer? Aber das steht ja auch nach dem Spiel gestern immer noch ein bisschen in den Sternen.
Auf jeden Fall können wir aber festhalten, dass Deutschland gestern nicht 4:1 gewonnen hätte, wenn das ein Spiel bei der Eishockey WM gewesen wäre. Dafür gibt es gute Gründe. Zum einen wäre jede Eisfläche vor Pein geschmolzen, wenn eine Mannschaft so schlecht gespielt hätte wie England gestern über weite Strecken. Zum anderen erinnern wir uns daran, wie viele englische bzw. britische Mannschaften an der Eishockey WM in Deutschland dieses Jahr teilgenommen haben. Richtig, null. Und zu guter Letzt dürfen wir feststellen, dass im modernen Eishockey Tore auch Tore sind. Dort wäre dank Videobeweis ein solcher Lapsus, wie er gestern beim vermeintlichen 2:2 der Engländer vorgekommen ist, gar nicht passiert. Schade für England und vielleicht ein Grund für die Inselbevölkerung, sich aktiv für die Einführung eines Videobeweises im Fußball einzusetzen. Was allerdings schwer sein dürfte. Rückständig wie man nun mal gerne ist als Fußball-Weltverband, lehnt die alternde FIFA diese Form der technischen Unterstützung konsequent ab. Obwohl es in anderen Sportarten wunderbar funktioniert. Obwohl es in Zeiten von iPad und Google Street View keine große technische Herausforderung wäre. Obwohl auch mit Videobeweis Fußball immer noch Fußball bleiben würde.
Ein Hauptargument gegen die Einführung eines Videobeweises, das ich mal von einem FIFA-Funktionär gehört habe, lautete etwa wie folgt: Ein solches technisches Hilfsmittel würde die Autorität des Schiedsrichters untergraben. Also noch mal langsam. Ein Gerät, das dem Schiedsrichter ermöglicht, Situationen bessere einzuschätzen, die er aufgrund seiner als Mensch nun mal begrenzten Wahrnehmungsfähigkeit nicht direkt erkennen kann, ist also schlecht und untergräbt die Autorität des Unparteiischen? Habt Ihr weniger Respekt vor den Entscheidungen Eures Piloten, nur weil er zur Navigation ein Radar benutzt, da er selber nicht durch Wolken gucken kann? Hat ein Arzt keine Autorität, nur weil er seine Entscheidung fällt, nachdem er einen Blick auf das Röntgenbild geworfen hat? Erinnert Euch bitte daran, dass er das nur tut, weil er nicht durch Eure Haut und die Muskeln hindurchgucken kann. Vertraut bei der FIFA denn keiner den Ärzten und den Piloten dieser Welt? Ich glaube, in England wird man sich jetzt vermehrt dafür einsetzten, dass auch Fußballschiedsrichter ein bisschen Hilfe bekommen. Statt einer technischen Lösung könnte man sich ja auch noch andere Sachen ausdenken. Zum Beispiel so eine Art Publikums-Joker für jedes Team. Dann dürften die Zuschauer den Schiedsrichter mit einem deutlichen Votum überstimmen. Aber halt! Ich hätte es fast schon wieder vergessen. Es ging ja um diese Sache mit der Autorität ...

Durch zahlreiche Videoanalysen bestätigte Grüße,
Euer Alex

von alex erstellt am 28.06.2010 - 10:00

Ergebnisticker

Wochenende 26.06. - 27.06.

TSG Bergedorf Lizards II 07:08 Holtenau Huskies II

von alex erstellt am 27.06.2010 - 21:19

Zum nachlesen

Das Flames-Wochenende in Worten

Die Spielberichte zu den Partien unserer Herren in Bergedorf (Samstag) und in Eckernförde (Sonntag) sind jetzt online.

von alex erstellt am 21.06.2010 - 19:50

Bye, bye Jaro

Ein Abschied mit vielen Fragezeichen

"No! No! No! You're joking? No way." Das sind Worte eines Fans gegenüber The Canadian Press, der nicht glauben kann, was eine ganze Stadt nicht glauben kann. Die Montreal Canadiens haben in dieser Woche – Achtung, ich musste es auch mehrfach lesen – Jaroslav Halak nach St. Louis getradet. Und nicht nur ganz Montreal fragt sich, was das genau soll. Statt auf ihren Playoff-Hero (18 Spiele, 9 Siege, 2.55 GAA, .923 PCT, Quelle: tsn.ca) setzen die Canadiens in Zukunft lieber auf Carey Price, der bekanntlich gerne mal zwischen Gut und Böse hin und her schwappt. Sicherlich, auch mit einem Jaroslav Halak ist der Erfolg niemals garantiert, trotzdem gibt es kaum einen schlechteren Moment für ein "Good Bye" als jetzt. Halak zeigte schon während dieser Saison sehr gute Leistungen. Dazu führte er die Slowakei bei den Olympischen Spielen in Vancouver bis ins Halbfinale, die Canadiens in diesen Playoffs gar bis ins Conference Finale. Allein deshalb kommt es fast einem Affront gleich, Halak jetzt abzugeben. Ein Affront gegenüber Halak, seinen gezeigten Leistungen und allen Fans in Montreal. Halak war es, der in der kanadischen Metropole eine wahre Manie auslöste, indem er Ovechkin, Crosby und Co. das Fürchten lehrte. Und nun also St. Louis? You’re joking?
Was sind also die Gründe für diesen Schritt? Eine altersbedingte Entscheidung? Davon lässt sich kaum sprechen. Definitiv geht der Trend heutzutage auch in der NHL zu jungen Spielern mit viel Potential wie Price, der in diesem August 23 Jahre alt wird. Aber Halak ist vor Kurzem gerade erst 25 Jahre alt geworden. Und fehlendes Potential kann man ihm wohl ja mit Sicherheit nicht unterstellen. Also noch mal die Frage: Warum? Weil Price eine Identifikationsfigur in Montreal ist und Halak nur der Aushilfsgoalie? In den Playoffs 2009 klatschten die Fans der Canadiens im vierten Spiel gegen Boston Carey Price hämisch vom Eis. Jaroslav Halak hätte man in den letzten Wochen zum König gekrönt, wenn Montreal so etwas hätte. Man könnte natürlich auch annehmen, die Canadiens hätte Halak für einen Wahsinns-Trade "geopfert". Ein heldenhafter Abgang also? Nein, auch das ist keine vernünftige Erklärung. Denn was gab es im Austausch für den großen Slowaken? Einen kleinen Dänen und einen kleinen Kanadier. Lars Eller und Ian Schultz. Entsprechend keinen weiteren Kommentar von mir. Stattdessen noch ein weiteres Statement eines Fans aus Montreal gegenüber The Canadian Press: "After a great season where he brought us where we got, it's incomprehensible."
Geschockt von alldem, was sich gerade in Montreal abspielt, hätte ich fast vergessen, was sich dieses Wochenende rund um unsere Flames abgespielt hat. Keine dicken Trades, keine Fan-Proteste, dafür aber zwei nicht einfache Spiele in der Fremde. Und das vorweg, die Gefühle danach waren gemischter Natur. Zunächst feierte unser Team am Samstag den zehnten Sieg im zehnten Spiel. Ich bleibe dabei, eine schon jetzt großartige Leistung und eine Steigerung im Vergleich zur letzten Saison, wo man am Ende neun Siege auf dem Konto hatte. Da sollte es einem auch nicht die Schuhe ausziehen, wenn man sich jetzt mit dem Spiel am gestrigen Sonntag beschäftigt. Da setzte es für die Flames nun auch ganz offiziell die erste Neiderlage in dieser Saison, nachdem gegen Lübeck ja der Grüne Tisch in aller höchster Not gerettet hatte. Man könnte sich jetzt von diesem ersten kleinen "Rückschlag" runterziehen lassen. Tun wir aber nicht. Stattdessen freuen wir uns lieber über die bisherigen zehn Siege und schauen geradewegs nach vorne.

Optimistische Grüße,
Euer Alex


WM-Notiz:
Wie viele Liter französischen Wein braucht man, um sich die Situation der Franzosen bei der WM schön zu trinken? Eine unbestimmbare Zahl. Sie dürfte aber definitiv größer sein als der Durchschnitt. Die französische Fußballnationalmannschaft steckt in einer echten Krise. Keiner in Frankreich mag Trainer Raymond Domenech, schon gar nicht die Mannschaft. Dürftige bis blamable Auftritte gegen Uruguay (0:0) und Mexiko (0:2). Rauswurf von Nicolas Anelka. Trainingsboykott und Rücktritt des französischen Delegationsleiters. Da sag noch irgendeiner, wir hätten nach der Niederlage gegen Serbien Probleme. Da sag noch einer, das 1:1 gegen Neuseeland sei für die Italiener ein peinliches Ergebnis. Selbst die 0:1-Niederlage der Spanier gegen die Schweiz ist da ja eine reine Nebensächlichkeit. Man kann da wirklich einfach nur sagen: Armes, armes Frankreich.

von alex erstellt am 21.06.2010 - 10:00

Ergebnisticker

Wochenende 19.06. - 20.06.

SVNA Dynamics Hamburg II 11:02 HSV North Stars II
TSG Bergedorf Lizards II 02:07 HNT Flames
Schlutup Stichlinge 01:13 Hamburg Sharks II
Eckernförder MTV Piartes 10:06 HNT Flames
Holtenau Huskies II 08:09 Schlutup Stichlinge
Itzehoe Streetsharx 13:08 SVNA Dynamics Hamburg II

von alex erstellt am 20.06.2010 - 19:50

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